Ausstellung

Urania Wien, Kassenvorraum, 1920er-Jahre

Kino Welt Wien – Eine Kulturgeschichte städtischer Traumorte

Der „Cinématographe“ – eine Erfindung der französischen Brüder Auguste und Louis Lumière – eroberte seit seiner ersten öffentlichen Vorführung am 28. Dezember 1895 in Paris innerhalb von kurzer Zeit die Welt. 

Bereits im März 1896 kam es zur ersten Filmvorführung in Wien. Die ersten Wiener Kinos etablierten sich in den Jahren von 1903 bis 1905. 1906 gab es bereits zwölf Kinos. Neben dem Ersten Wiener Gemeindebezirk wies der Bezirk Leopoldstadt mit dem Prater die meisten Spielstätten auf. Aufgrund der vielen Kinos sowie Film- und Verleihfirmen entwickelte sich der 7. Bezirk zum Zentrum der Wiener Filmbranche. Aber auch in den Arbeiterbezirken außerhalb des Gürtels gab es viele Kinos, insbesondere in Ottakring, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus und Favoriten.

Mit ihren in der Nacht elektrisch beleuchteten Fassaden und der häufig wechselnden, abwechslungsreichen Programmgestaltung prägten die Lichtspieltheater und Filmpaläste, aber auch die zahlreichen Klein- und Kleinstkinos das Erscheinungsbild der Stadt. Generationen von Wienern und Wienerinnen erlebten in diesen dunklen Räumen mit ihrer flimmernden Leinwand „die Welt“. Für viele wurde – gerade in schlechten Zeiten – das Kino zum Flucht- und Traumort einer „besseren Welt“.

Nach Höchstzahlen von mehr als 200 Kinospielstätten führte der Siegeszug des Fernsehens ab den 1950er-Jahren dazu, dass es heute in Wien nur mehr etwas mehr als 30 Kinos gibt.

Neben einer Vielzahl an Plakaten, Fotos und Filmdokumenten sowie Realien aus verschiedenen Wiener Kinos finden sich in der Ausstellung auch Dokumente und Bilder zum Urania-Kino aus den Beständen des Österreichischen Volkshochschularchivs.

Ausstellung im METRO Kinokulturhaus des Filmarchivs Austria
„Kino Welt Wien. Eine Kulturgeschichte städtischer Traumorte“
Montag, 1. Juni 2020 bis Sonntag,
10. Jänner 2021