Neuigkeiten aus dem Österreichischen Volkshochschularchiv

Ausstellung

Anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit des Burgenlands zur Republik Österreich im Jahr 2021 ist in der Friedensburg Schlaining die Jubiläumsausstellung „Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“ zu sehen.
Im Zentrum dieser Ausstellung zum 100-jährigen Geburtstag stehen vor allem die Menschen. Die Sammlung erzählt die Erfolgsgeschichte vieler Generationen von Leuten, die im Burgenland gelebt und gearbeitet haben und rückt packende Lebensgeschichten und Erinnerungen burgenländischer Persönlichkeiten in den Mittelpunkt. Mit 850 Objekten von über 120 Leihgeberinnen und Leihgebern in 160 Vitrinen sowie 30 Medienstationen wird die burgenländische Geschichte anschaulich erzählt. Momente, in denen das Burgenland im Rampenlicht des Weltgeschehens stand, wie etwa während des Ungarnaufstands 1956, beim Fall des Eisernen Vorhangs 1989 oder bei der Flüchtlingskrise 2015 zählen ebenso zum Repertoire der Ausstellung wie die eindrucksvolle Entwicklung des Burgenlandes von einer rückständigen Gegend hin zu einer der innovativsten und lebenswertesten Regionen Europas. Auch die kulturelle, sprachliche und religiöse Vielfalt wird in der Jubiläumsausstellung eingehend thematisiert.
(Quelle: Friedensburg Schlaining)

In der Ausstellung sind zahlreiche handkolorierte Lichtbilder aus der Urania-Lichtbildersammlung des Österreichischen Volkshochschularchivs aus der Zeit um 1910 zu sehen. Unter den 80 Bildmotiven finden sich volkskundliche und auch topographische Aufnahmen zu verschiedenen burgenländischen Orten.

Ausstellung in der Friedensburg Schlaining
„Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“
Die Ausstellung ist seit August 2021 zu sehen

 

Neuzugänge

Im September 2021 erhielt das Österreichische Volkshochschularchiv vom „Berufsverband christlicher Arbeitnehmer im hauswirtschaftlichen Dienst“ mehrere Kartons mit Materialien aus dessen Vereinsarchiv, das 2021 aufgelöst wurde.

Im Jahr 1909 wurde der Verband unter dem Namen „Verband der Christlichen Hausgehilfinnen Österreichs“ in Wien gegründet. Zentrale Figur war die christlich-soziale Nationalratsabgeordnete Johanna Weiß, die maßgeblich am Zustandekommen des „Hausgehilfengesetzes“ im Jahr 1920 beteiligt war. Dieses Gesetz führte zu einer Verbesserung der rechtlichen Situation von zirka 400.000 – vorwiegend weiblichen – Hausangestellten in Bezug auf Entlohnung, Arbeitszeitregelung und Altersversorgung.

Neben der Organisation von Kursen und Veranstaltungen zur Berufsausbildung war das Hauptanliegen des Vereins, die soziale Situation der Hausgehilf*innen und aller Mitarbeiter*innen im hauswirtschaftlichen Dienst zu verbessern. Aufgrund des erwachsenenbildnerischen Fokus' des Vereins übernahm das Volkshochschularchiv die Materialien in seinen Bestand. Darunter befindet sich auch die Zeitschrift „Die Hausgehilfin“ (erschienen 1919 bis 1938 und 1959 bis 1969), die dem Volkshochschularchiv nun vollständig vorliegt.

Für die Übergabe der Unterlagen an das Volkshochschularchiv zu Forschungszwecken gebührt der Obfrau des Vereins, Frau Theresia Müller, Dank.

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Im August 2020 starb im Alter von 92 Jahren Frau Fritzi Lukan. Sie war die Gattin des Bergsteigers, Alpinisten und Buchautors Karl Lukan (…✝ 2014), der von 1949 bis 2010 – also mehr als 60 Jahre – als Vortragender und Exkursionsleiter an den Wiener Volkshochschulen tätig war.

Karl und Fritzi Lukan waren ein Forscherehepaar, das ihre Reise- und Exkursionserlebnisse in Österreich, aber auch im benachbarten Ausland mit zahlreichen Fotos einem breiten Publikum in Vorträgen präsentierte. Die beschrifteten Dias zu den rund 60 Vorträgen zu alpinistischen und kulturhistorischen Themen kamen – zusammen mit einem Teil der Privatbibliothek, vor allem mit den von Karl Lukan verfassten 54 Schriften – im März 2021 an das Österreichische Volkshochschularchiv. Unter den Vortragsdias finden sich auch seltene Aufnahmen von Gegenden im alpinen Raum, die durch zerstörende Eingriffe des Menschen ihren ursprünglichen Charakter verloren haben.

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Das Österreichische Volkshochschularchiv erhielt im Februar 2021 rund 400 Hausarbeiten des Lehrgangs der Österreichischen Gesellschaft für Dokumentation und Information (ÖGDI) der Jahrgänge 1984 bis 2005.

 

Erschließung

Das Österreichische Volkshochschularchiv wertet bei Sammelbänden und historischen Zeitschriften auch die enthaltenen Einzelartikel aus. Mittlerweile können rund 85.000 Beiträge über die Online-Recherche via Bestandssuche abgefragt werden.

Seit September 2021 ist nun auch die Zeitschrift „Bildungsarbeit. Blätter für sozialistisches Bildungswesen“, herausgegeben von der Zentralstelle für das Bildungswesen in Wien, für den Erscheinungszeitraum 1923 bis 1934 nach Einzelartikeln ausgewertet. Das Periodikum widmet sich verschiedenen Bildungskonzepten, vor allem auf dem Gebiet der Arbeiterbildung und des Büchereiwesens. Abgedruckt finden sich darin auch Vorträge, so etwa jener der österreichischen Politikerin Marianne Pollak zum Internationalen Frauentag 1926.

 

Neuerscheinung

Im September 2021 erschien das Buch „Mehr Licht für alle! Freie Schule – Die angesagte Option“. Der Autor, Prof. Heinz Weiss, langjähriger Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde, ist Rechnungsprüfer des Fördervereins des Österreichischen Volkshochschularchivs.

Nach der Gründung des Vereins „Freie Schule“ (ehemals „Verein zur Erhaltung einer Freien Schule für Volksbildung“) im Jahr 1905, bei der auch Ludo M. Hartmann maßgeblich beteiligt war, erfolgte die Eröffnung des Gebäudes in der Albertgasse 23 im 8. Wiener Gemeindebezirk am 18. September 1910. Der Verein trat für eine umfassende Schulreform ein und bemühte sich, den übergroßen Einfluss der katholischen Kirche im Schulwesen zurückzudrängen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der ursprünglich unpolitische Verein zum offiziellen Schulverein der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei – 1923 fusionierte der Verein „Freie Schule“ mit den Kinderfreunden zum Sozialdemokratischen Erziehungs- und Schulverein „Freie Schule-Kinderfreunde“. Im Buch werden auf erzählerisch kreative Weise die räumliche Ausgestaltung, die Lehrenden und die bildungspolitisch-edukativen Ziele thematisiert und mit vielen Bildern illustriert.

Heinz Weiss,
„Mehr Licht für alle! Freie Schule – Die angesagte Option“
Echomedia Buchverlag
Wien 2021
200 Seiten
ISBN: 978-3-903989-23-8

 

 

Erschließung

Einzelartikel von historischen Zeitschriften online recherchieren

Neuerscheinung

Nationalsozialismus und Volksbildung: Eine späte Annäherung

Personalia

Neue Mitarbeiterin im Bereich wissenschaftliche Forschung

Personalia

Mitarbeiter im Bereich Katalogisierung u. Digitalisierung

Ausstellung
Dürnstein

WACHAU. Die Entdeckung eines Welterbes

Digitalisierung
Audiokassetten und Filmbehälter

Audio(-visuelle) Dokumente werden retrodigitalisiert